Ortswechsel als Ausweg: Warum ein Umzug manchmal gelebte Sozialpolitik ist

Heimat soll schützen, nicht festhalten. Ausgehend von Loitz fragt dieser Text, wann ein freiwilliger Ortswechsel nötig wird, wenn Arbeit, Wohnung und Hilfe anderswo erreichbar sind und das Geld zum Gehen fehlt.

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Freiwilligkeit statt Druck
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Freiwilligkeit statt Druck

Ein Ortswechsel darf niemals Befehl sein. Niemand soll aus Loitz weggeschickt werden. Wer bleiben will, soll bleiben können. Loitz ist Heimat, Wohnort, Bindungsort und Alltag für viele Menschen.

Aber wer freiwillig gehen will, wer eine nachvollziehbare Aussicht auf Arbeit hat, wer eine Wohnung findet und wer den Schritt im Einzelfall begründen kann, darf nicht am leeren Konto scheitern.

Der Unterschied liegt nicht zwischen Loitz und besseren Städten. Der Unterschied liegt zwischen weiter bezahltem Stillstand und einer nachweisbaren Aussicht.

Staatliche Hilfe muss deshalb beides schützen: das Recht zu bleiben und die Möglichkeit zu gehen. Das eine ist ohne das andere unvollständig. Wer nur das Bleiben schützt, obwohl ein Mensch mangels Geld gar nicht gehen kann, schützt nicht die Heimat, sondern die Abhängigkeit. Wer dagegen einen freiwilligen Ortswechsel möglich macht, nimmt Menschen nicht die Heimat. Er gibt ihnen mehr eigene Entscheidung.

Am Ende bleibt eine zentrale Frage: Ist Heimat ein Ort, an den ein Mensch gebunden bleibt, weil ihm das Geld für einen begründeten Ortswechsel fehlt? Oder ist Heimat erst dann frei, wenn ein Mensch bleiben kann, weil er bleiben will, und nicht, weil ihm die Mittel zum Ortswechsel fehlen?

Ein freiwilliger Ortswechsel ist dann mehr als ein Umzug. Er kann ein gut begründeter Weg aus Stillstand sein und verhindern, dass ein Mensch dauerhaft auf Hilfe angewiesen bleibt. Er kann ein Schritt zurück in Arbeit, Alltag und eigene Entscheidung sein.

Nicht für alle. Nicht gegen Loitz. Aber für diejenigen, bei denen das Bleiben längst keine freie Entscheidung mehr ist.


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Anselm Bonies

Schöpfer und Ordner hinter peenethal.com. Anselm Bonies wirkt konsequent gegen die „digitale Obdachlosigkeit“ und für die Rückgewinnung souveräner Kommunikationsräume. In seinem Skriptorium in Loitz schafft er durch die Synthese von Wort, Bild und Konzept digitale Beheimatung und tragfähige Orientierung statt flüchtiger Signale in der Aufmerksamkeitsflut.

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