Ortswechsel als Ausweg: Warum ein Umzug manchmal gelebte Sozialpolitik ist

Heimat soll schützen, nicht festhalten. Ausgehend von Loitz fragt dieser Text, wann ein freiwilliger Ortswechsel nötig wird, wenn Arbeit, Wohnung und Hilfe anderswo erreichbar sind und das Geld zum Gehen fehlt.

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Heimat und die Möglichkeit zu gehen
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Heimat und die Möglichkeit zu gehen

Heimat darf nicht gegen die Möglichkeit zu gehen ausgespielt werden. Wer bleiben will, soll bleiben können. Wer in Loitz Familie, Bindung, Unterstützung und Alltag hat, darf nicht so behandelt werden, als sei ein Ortswechsel automatisch besser.

Aber auch das Gegenteil ist falsch. Heimat darf nicht dazu führen, dass ein Mensch dauerhaft an einem Ort bleibt, obwohl es dort für ihn kaum erreichbare Arbeit, kaum passende Wege und zu wenige Wege nach vorn gibt.

Zumutbarkeit muss deshalb in beide Richtungen gedacht werden.

Es kann unzumutbar sein, jemanden gegen seinen Willen aus seiner Heimat zu drängen. Es kann aber auch unzumutbar sein, einem freiwilligen Ortswechsel die Unterstützung zu verweigern, wenn dieser Ortswechsel begründet, nachvollziehbar und machbar ist.

Der entscheidende Punkt ist Freiwilligkeit. Ein Ortswechsel ist nur dann sauber begründbar, wenn er nicht als Druck eingesetzt wird. Er muss vom Menschen selbst gewollt sein. Er muss mit einer nachvollziehbaren Aussicht verbunden sein. Und er muss so vorbereitet werden, dass daraus kein schnelles Scheitern wird.

Heimat bleibt dann geschützt. Sie wird nicht abgewertet. Aber sie wird auch nicht als Begründung benutzt, um einen notwendigen Schritt zu verhindern.


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Anselm Bonies

Schöpfer und Ordner hinter peenethal.com. Anselm Bonies wirkt konsequent gegen die „digitale Obdachlosigkeit“ und für die Rückgewinnung souveräner Kommunikationsräume. In seinem Skriptorium in Loitz schafft er durch die Synthese von Wort, Bild und Konzept digitale Beheimatung und tragfähige Orientierung statt flüchtiger Signale in der Aufmerksamkeitsflut.

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